#PIA PAULI - Die Autorin

#DIE OHNMACHT EINER MUTTER - Das Buch


DIE OHNMACHT EINER MUTTER

Pia Pauli

Tb / Pb / S. 176 / Preis: 13,90 EUR 

ISBN 978-3-942199-53-7

 Pia Pauli führte ein behütetes Leben, dass durch den lang erwünschten und hart erkämpften Sohn seine Erfüllung finden sollte. Durch etliche Schicksalsschläge gezeichnet, wurde aus dem sehnlichst gewünschten, geliebten Sohn das Mitglied einer kriminellen Gemeinschaft. Gefangen in einem Netz aus Gewalt und Kriminalität ist seine Mutter die wichtigste Person, die ihn davon abhält, seine Menschlichkeit zu verlieren. 
 
 Dieses Buch erzählt aus der Sicht einer Mutter und berichtet von schönen Ereignissen, die zusammenschweißen, aber auch von Schicksalsschlägen, die das gemeinsame Leben gelähmt haben und alles zu zerbrechen drohen. Es erzählt vor allem die Geschichte einer Mutter, der Schlimmes widerfahren ist, die sich ihrer Fehler bewusst wird, sich auf das einzig Wahre besinnt und trotz aller Schwierigkeiten zu ihrem Sohn steht.

 

LESEPROBE:

Die Freundschaft zu Malvin war inzwischen sehr intensiv geworden und sie verbrachten jede freie Minute miteinander. Malvin hatte sich zu einem kleinen Chaoten und Draufgänger entwickelt, der gerne das Risiko liebte. Tom wiederum war ganz das Gegenteil; ruhig, besonnen, aber ein Mensch, der sich gerne den anderen anschloss und so ziemlich alles mitmachte. Sie ergänzten sich super.

Im Fußball machte mein Junge große Fortschritte und wurde in seiner Mannschaft als der Topspieler schlechthin gehandelt. Er war fast der beste Stürmer. Selbst in der Berliner Fußballwoche wurde er ständig in den Artikeln erwähnt und häufig als bester Spieler des Tages genannt. Das ging auch in den folgenden 3 Jahren so weiter. Tom entwickelte sich zum richtigen Teenager. Zwangsläufig wurde er flügge und wollte raus, die große, weite Welt erobern. Er und seine Fußballfreunde verbrachten ihre Freizeit auf zahlreichen Partys und in Discotheken, was zur Folge hatte, dass sich Tom nun öfter morgens verspätete. Der Alkohol spielte auf diesen Festen inzwischen eine grosse Rolle. Leider halfen auch keine Gespräche und mahnenden Worte von mir. Nach so einer durchzechten Nacht klingelte es Sonntagsmorgens an der Haustür, und wie schon so oft in der Vergangenheit, versuchte ich Tom vergeblich zu wecken. Der Trainer stand vor der Tür um Tom zu einem Fußballspiel abzuholen, doch dieser musste zuvor noch aus dem Bett geholt werden ...

Lieber "Heidi "… so wurde der Trainer dann gerne genannt.

…Ich muss heute noch oft über diese Situation lächeln, wie Du in seinem Teenie-Zimmer standest und an Tom vergeblich gerüttelt hast, und Malvin auf der anderen Couch lag und schnarchte wie ein Walross. Übrigens, auch Dir danke ich für Deinen späteren Beistand!!!!!...

 Ich merkte immer häufiger, dass Tom Wutausbrüche mit aggressiven Ausrastern hatte. Auch beim Fußball war es nun an der Tagesordnung; irgendwie gab es immer wieder Theater mit ihm auf dem Spielfeld. Ich hätte schon damals mit Tom zu einer professionellen Einrichtung gehen müssen, das war mein erster Fehler, aber ich dachte, das wären pubertierende Auffälligkeiten, die sich wieder legen würden. Auch "Heidi" versuchte oft als männliche Autorität, nach den Fußballspielen mit ihm zu reden, doch leider vergeblich. So häuften sich die Rangelein nach den Spielen und Samstagsabends die Schlägereien nach den Discobesuchen. Der Junge wurde zunehmend schlechter in der Schule und blieb leider nach der 10. Klasse sitzen und musste diese auf dem Gymnasium wiederholen. Doch auch das Wiederholungsjahr verpazte er und verließ die Schule letztendlich mit einem Realschulabschluss. Tom war sehr traurig, denn eigentlich wollte er nur allzu gerne studieren. Seine Cousins Tristan und Paul waren jeweils zwei und vier Jahre älter und hatten ihr Abitur schon längst in der Tasche. Tom hätte ihnen gerne nachgeeifert. Tom suchte nach einem anderen Weg und verwirklichte sich seinen Traum, indem er ohne eine Ausbildung zur Bundeswehr ging. Dort hat er sich sofort auf 4 Jahre Dienstzeit verpflichtet. Er bezog eine eigene Wohnung gleich bei mir um die Ecke und kurz danach wurde er in Lingen im Emsland vereidigt. Johanna und ich fuhren mit dem Auto dort hin. Die Ansprache des Bundeswehrpfarrers erinnerte uns wehmütig an Opa. Was wäre er doch stolz auf seinen Enkel, der gerade in diesem Augenblick mit seiner Uniform in Reih´ und Glied neben den anderen Soldaten stand.

Zurück in Berlin war Oma Motte sehr traurig, dass Tom nun in der Ferne war. Ich fand es gut, denn er musste nun auf eigenen Beinen stehen und sich auch bei den männlichen Vorgesetzten unterordnen. Es würde ihm gut tun; zumindest habe ich es geglaubt. An den Wochenenden kam er zum Fußball extra mit dem Zug nach Berlin angereist und später sogar mit dem Auto; schließlich fehlte er als bester Mann in der Crew. Mit der Mannschaft feierte er oft und ausgelassen und sein Alkoholkonsum vermehrte sich, aber auch die Gewalt in den Spielen war inzwischen nahezu maßlos geworden. Sonntagabends setzte er die Reise wieder fort, zurück ins Emsland zum Bund. Einige Monate später wurde er zum Feldwebel ernannt und sein neuer Standort wurde nun Hamburg. Tom hatte großen Spaß an seiner Arbeit.

 Oft denke ich stolz daran zurück, wie ich ihn in seiner Uniform vom Bahnhof abgeholt habe …

 Es ergab sich die Möglichkeit, dass Tom die höhere Laufbahn einschlagen und er eine Ausbildung zum IT-Kaufmann in Kiel annehmen konnte. Doch dazu sollte es leider nicht mehr kommen…

DIE OHNMACHT EINER MUTTER

Pia Pauli

Tb / Pb / S. 176 / Preis: 13,90 EUR 

ISBN 978-3-942199-53-7


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