#ABENTEUER IN TRASSENHEIDE 

 Mario Liebig

Kinder- und Jugendbuch

Tb / Pb / S. 154 / Preis: 14,90 EUR

ISBN 978-3-942199-59-9

© Design Pavoni®



#MARIO LIEBIG - Der Autor

"Ich denke man sollte viel erlebt haben, damit man auch viel erzählen kann" - Mario Liebig

Der 46-jährige Mario Liebig, geboren in Leipzig, kam zum Schreiben dieser Abenteuer-Geschichte, durch das verfassen von Reisetagebüchern. Die Idee zu der Geschichte "Abenteuer in Trassenheide" entstand in einem seiner Urlaube, an diesem gleichnamigen Ort. Auf einer Radtour mit seinem Sohn, als sie an den Ruinen des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Karlshagen vorbei fuhren, worauf der Sohn eine Frage nach der anderen stellte. Während der Beantwortung dieser, reifte im Hinterkopf die Idee, eine Geschichte über "die Geschichte" zu schreiben. Bedauerlich empfindet Liebig die Tatsache, dass diese Insel häufig nur mit dem 2. Weltkrieg in Verbindung gebracht wird, dabei ist die Historie dieser Insel viel interessanter und so findet alles seinen Platz, auch die Sage von Vineta.

"Unsere Kinder sind nun einmal die Entdecker und Eroberer unserer Welt. Wenn man alles zusammen betrachtet, ergibt sich daraus der Stoff für Abenteuergeschichten und ihre Helden."

Die Schauplätze sind so gewählt, dass auch Sie diese besuchen können, mit Ausnahme der für die Öffentlichkeit gesperrten Bunker-Anlagen. Es ist eine Geschichte "zum anfassen" und vor allem "zum nacherleben".

LESEPROBE:

Es war ein regnerisches Frühjahr, als Lenny mit seinen Eltern Tina und Mario nach Trassenheide zog. Tina, seine Mutter, hatte in einer Drogerie gearbeitet; der Besitzer musste Insolvenz anmelden und das Geschäft wurde geschlossen. Sein Vater Mario war Kraftfahrer, der sich schon seit langem nach einer Veränderung sehnte. Die Drei machten schon seit vielen Jahren, ich glaube es sind mehr als zehn, Urlaub an der Ostsee und ganz speziell in Trassenheide auf der Insel Usedom. Sie liebten die Nähe zum Meer und die Mentalität der Menschen und auch die Ruhe. Wie durch ein Wunder kam ein Angebot von der Gemeinde, ob sie nicht Pächter eines alten Campingplatzes werden wollten. Tina und Mario kannten die Mitarbeiter des Camping­platzes, wo sie immer Urlaub machten, und da hat es sich im Gespräch mal so ergeben, dass auch sie Interesse hätten als Pächter. Als das Angebot kam, überlegten sie nicht lange und sagten zu. Mario kündigte seinen Job als Kraftfahrer und der bevorstehende Umzug nach Trassenheide wurde schnell organisiert. Lennys erste Begeisterung wich der Sorge, seinen besten Freund Jan noch weniger zu sehen. 

Lenny ist zehn Jahre alt, sein Kumpel Jan ist auch zehn. Die beiden kannten sich seit der Kindergrippe und sie verstanden sich blind, ohne viele Worte, aber an denen wurde dennoch nicht gespart. Die beiden quatschen den Duden in einem halben Tag hoch und runter und hatten eine Menge Spaß dabei. Auf dem Campingplatz waren auch viele Stammgäste, so auch Oma Dori mit ihren Enkeln, der siebenjährigen Luisa und Eric, der schon neun war. Luisa und Eric waren keine Geschwister, sondern Cousin und Cousine. Lenny, Eric und Luisa kannten sich auch schon mehrere Jahre. Dori hatte ihren Wohnwagen immer an derselben Stelle stehen. Da Lennys Eltern immer in der Nachbarschaft ihren Wohnwagen stehen hatten, lernten sich die drei automatisch kennen und verbrachten jede freie Minute miteinander. Eric und Lenny waren dann mehr die „Wilden und Starken“, dachten die beiden jedenfalls… Aber auch Luisa war nicht ohne und konnte locker mithalten und so waren sie fast unschlagbar und unzertrennlich, vor allem abends, wenn es darum geht, sich für das Bett fertig zu machen. Die Nächte waren oft noch sehr warm und so fiel das Einschlafen schwer,… naja, mit dem Aufstehen sah es nicht viel besser aus. Das fiel natürlich auch schwer, war doch klar. Aber es waren Ferien und somit war Zeit ein relativer Begriff. Lenny wohnte jetzt dort, wo andere Leute Urlaub machen, aber seine Freunde Eric und Luisa besuchte er natürlich jeden Morgen und holte sie zum Spielen ab. 

Als die drei an einem Vormittag Tischtennis spielten, konnten sie beobachten, wer so alles an- oder abreiste. Viele Gäste kamen jedes Jahr zur selben Zeit, andere nur einmal. Sie machten sich oft einen Spaß daraus, die Leute zu beobachten und dann zu erraten, wie sie so sind oder was sie für Berufe haben könnten. An diesem Morgen war es auch so. Nachdem die drei ausgelassen Tischtennis gespielt hatten, holten sie sich erst mal eine Erfrischung. Gleich neben der Anmeldung war eine kleine Gaststube; Lenny nutzte die Gelegenheit aus und bestellte für Eric und sich eine Cola und für Luisa eine rote Fass-Brause. Lenny und Eric sollten eigentlich keine Cola trinken, aber manchmal nutzt er die Gunst der Stunde und,… na ja. Die Anmeldung war voll und seine Eltern hatten alle Hände voll zu tun und folglich keine Zeit und auch keine Lust mit ihrem „Junior“ wegen einer Cola zu diskutieren. Normalerweise hält sich Lenny an Absprachen und er muss nicht kontrolliert werden, aber er ist ein Kind und ein Junge dazu und da wird schon mal über die Stränge geschlagen. Unter den Neuankömmlingen waren auch zwei Rentner­pärchen, geschätzt Mitte bis Ende sechzig. Sie hatten einen Bus und einen großen Wohnwagen mit Tandemachsen.

„Eric, man… müssen die Kohle haben!“, staunte Lenny. „Er meint Geld“, verbesserte Luisa.

Sie führten sich auch gleich auf wie die „Herrn der Welt“, frei nach dem Motto „großes Gespann bedeutet viel Vorfahrt“ drängten sie eine junge Familie mit ihrem kleinen Wohnwagen ab und stellten sich gleich an die erste Stelle vor der Schranke und meldeten sich dann erst an. Die junge Familie hieß Sander und war das erste Mal auf dem Campingplatz. Sie hatten zwei Kinder, Marie 15 Jahre und Willi 9 Jahre. Eric, Lenny, und Luisa kamen mit den beiden Kindern sofort ins Gespräch und freundeten sich auch gleich an. Man würde in solchen Fällen sagen „da stimmt die Chemie“. Die beiden „Drängel-Rentnerpärchen“ wurden gleich zum Staats­feind Nr.1 erklärt, war doch klar. Die Eltern von Marie und Willi sahen das hingegen gelassen. Stephan und Susan Sander vertraten den Standpunkt „Wir haben Zeitwir sind doch im Urlaub“. Über die Äußerung der Kinder, die sich über das Verhalten dieser Leute künstlich aufregten, mussten sie auch etwas schmunzeln. Herr Sander ermahnte dann die Kinder, aber in einem Tonfall, den die Kinder niocht so richtig ernstnahmen. Ja auch die übrigen Gäste amüsierten sich schon über die Parodie der Kinder, die gerade versuchten, die Gangart der Frau von Parthenstein nachzu­ahmen. Tina und Mario war der Zwischenfall und der damit entstandene Tumult natürlich nicht entgangen. Aber Kundschaft und auch solche Leute, die denken etwas Besseres zu sein, blieben erst mal Kunden. Die „Drängel-Rentner“ Grawunkel und von Parthenstein, wurden schnell und „höflich“ abgefertigt und von Silvio, dem Platzwart, auf ihren Stellplatz geleitet. Familie Sander, die nun an der Reihe war, bekamen als Entschädigung einen ruhigen und sonnigen Stellplatz und kostenlose Duschmarken, so gesehen als kleines Trostpflaster. Manchmal war es gut, wenn man Kunden hatte, die auch für solche Fälle Verständnis hatten. Tina und Mario können sich nicht immer die Kunden heraussuchen, auch wenn sie gern möchten, vor allem Mario. Er reagiert da immer schnell gereizt, aber Tina und Manu, die auch in der Rezeption arbeitet, lösen solche schwierigen Zwischenfälle auf deren ganz persönliche Art und Weiße und Mario ist dann im Nachhinein immer sehr dankbar. Es ist halt nicht so einfach mit schwierigen Kunden umzugehen, dass weiß er auch aus eigener Erfahrung durch die anderen Jobs, die er vorher hatte. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er sofort einen Platzverweis erteilt, aber die Mädels waren schneller und haben die Situation entschärft.

 

Eric und Luisa mussten zum Mittagessen gehen, Omi Dori hat wieder für jeden extra gekocht, jeweils das Leibgericht. Lenny und Jan holten sich in der Gaststube zwei Pommes und für jeden eine Cola, ja ich weiß, es ist nicht gesund aber dafür lecker. Normalerweise kochen Tina und Mario abwechselnd Mittagessen, aber an solchen Tagen wie diesen war das nicht immer möglich. Die Rezeption war ein Flachbau, der zu DDR-Zeiten einen Speiseraum, eine Küche und zwei Waschräume beherbergte. Nach der Übernahme des Campingplatzes durch Mario und Tina wurde aufwendig umgebaut und renoviert. Aus dem vorderen Teil des Speiseraums wurde die Rezeption, hinter einer Trennwand entstanden zwei Büros, die Küche wurde zum Aufenthaltsraum und einer kleinen Kaffeeküche umgebaut. Die beiden Waschräume wurden auch umgebaut; in dem einen wurden die Toiletten und Duschen für die Angestellten eingebaut und aus dem anderen wurde ein Lager und Trockenraum gemacht. Der alte Schuppen, der neben dem Flachbau stand, kam ganz weg und stattdessen wurde ein Blockhaus gebaut, das als Gaststätte genutzt wurde. Da aber die Räumlichkeiten eng und begrenzt waren, wurde eine Terrasse gebaut und mit einer großen Markise überdacht. Auf den Dächern der Rezeption und der aus DDR-Zeiten stammenden Bungalows wurden Solarplatten zur Wärme und Stromerzeugung montiert. Die Bungalows wurden so umgebaut, dass sie auch wintertauglich waren. Es gab darin drei Zimmer, ein großes in der Mitte, und zwei kleinere jeweils rechts und links von dem großen Mittelraum aus zu begehen. In der Mitte waren das Wohnzimmer und die Küche untergebracht und es gab einen kleinen offenen Kamin. Die linken Zimmer wurden zum Bad mit Dusche, Wanne und WC umgebaut; es fand sich auch noch ein Platz für eine kleine Waschmaschine. Die rechten Zimmer wurden als Schlafzimmer hergerichtet, mit einem Doppelbett an der hinteren Wand und im vorderen Bereich ein Doppelstockbett und es gab noch zwei Kleiderschränke, die in der Mitte als Raumteiler aufgestellt wurden. Alles in allem, sehr wohnlich und gemütlich. Der hintere Teil des Grundstückes mit seinen Tannen war den Wohnwagen und den Zelten vorbehalten. Die Stellplätze wurden durch kleine Hecken eingerahmt, pro Stellplatz gab es auch einen Stromkasten, Wasseranschluss und einen Anschluss für das Kabelfernsehen. In der Nähe der Stellplätze befanden sich auch die Sanitärgebäude mit Duschen und Toiletten. Die Gebäude waren jeweils für Frauen und Männer eingeteilt, verbunden durch eine riesige alles überspannende Glaskuppel, die aus beiden Eins werden ließ. Durch die Glaskuppel wurde der Vorraum am Tag mit Sonnenlicht geflutet und am Abend konnte man die Sterne sehen, eben auch was für Romantiker. In der Mitte, als Raumteiler zwischen den Eingängen, stand ein sehr großes Aquarium. Das Innere des Aquariums stellt eine untergegangene Stadt dar, ich sage mal, es könnte Vineta sein, das passt zur Historie der Insel oder es handelt sich um eine andere sagenumwobene Stadt wie Atlantis … Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn Kinder immer länger oder immer öfter zum Waschen da bleiben. Aber auch so manche Erwachsene sind da nicht viel besser. Der Campingplatz ist von der Gesamtfläche nicht sehr groß, aber dafür sehr familienfreundlich und übersichtlich. Wir haben hier viele Stammgäste, wo teils auch langjährige Freundschaften entstanden sind und einige sogar zur selben Zeit buchen. 

ABENTEUER IN TRASSENHEIDE 

 Mario Liebig

Tb / Pb / S. 154 / Preis: 14,90 EUR

ISBN 978-3-942199-59-9

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