#DR. MICHAEL KERPER - Der Autor

Dr. Michael Kerper; Jahrgang 1969, geboren in Bocholt im schönen Münsterland; er wurde mit Muttermilch, kölschen Sprüchen und Büchern von Ephraim Kishon groß gezogen; studierte Betriebswirtschaftslehre und promovierte in Wirtschaftswissenschaften. Kaffee und Reisen in die weite Welt sind seine Leidenschaft; bereits als Student erkundete er mehrfach die Volksrepublik China, es folgten weitere Asienreisen; über ein Jahr lang lebte er in Peking; er ist verheiratet mit einer China-Expertin und wohnt im Rheinland.

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#EIN HASE ALS TAXIFAHRER IN HONG KONG - Das Buch 

Tb / Pb / S.134 / Preis: 12,90 EUR  

ISBN 978-3-942199-54-4


Leseprobe:

Ein Hase als Taxifahrer in Hongkong

Glauben Sie an Horoskope? Und wenn ja, an welche? In China ist das einfach. Das chinesische Jahreshoroskop benennt 12 interessante Tiere. Und das Jahr 2011 ist das Jahr des Hasen. Er steht in der chinesischen Astrologie für Sanftmut, Harmonie und Genuss. Wer einen Blick auf dieses Tier wirft, wird diese Interpretation sofort intuitiv verstehen: süsse Schnuppernase, lange Schlappohren und ein weiches Fell – das sind die positiven Assoziationen. Dieses kuschelige Tier zaubert unwillkürlich ein Lächeln in jedes Gesicht – es sei denn, Sie fahren Taxi und es sitzt am Steuer.

Wir stiegen aus der Subway am Central und mein Blick fiel auf einen alten Mann mit Krücken, der bettelnd seinen Hut vor sich hertrug, als er die Stufen emporhumpelte. Meine Armbanduhr sagte mir, dass wir zu unserer Verabredung im Mandarin Orientel zu spät kommen würden, wenn wir die 15 Minuten laufen würden.

Ergo: Flugs ins Taxi gehüpft und los geht’s – nicht. Wir haben natürlich wie immer „Glück“: Mal wieder einen Fahrer erwischt, der kein Englisch spricht! Und das Mandarin Orientel ist ihm unbekannt, und das ist so, als wenn in Paris der Taxifahrer den Eifelturm nicht kennt. Nach gefühlten dreißig Minuten Diskussion mit der Funk­zentrale hat Meister Lampe es schließlich geschnallt und braust los. Nach wenigen Minuten sind wir schon fast vor dem Hotel; wir müssen nur noch auf die andere Straßen­seite. Er schlägt noch einen Haken und schwups - ist das Hotel weg! Nach weiteren fünf Minuten fahren wir schon wieder gegenüber an dem Hotel vorbei. Dies ist der Moment, in dem wir ihn bereits mit wüsten Schimpftiraden überhäufen. Nach weiteren zehn Minuten gibt der Hasenfuß auf und lässt uns „in der Nähe“ des Hotels raus. Wir fluchen wie ein Rohrspatz, wünschen ihm alles Schlechte und zahlen einfach nur die Hälfte der Uhr. Viel zu spät und geladen wie 1000 Haubitzen kommen wir schließlich an der Herberge an.Vor den Stufen des Hotels sitzt gemütlich der alte Mann aus der Subway und sein Hut ist bereits gut gefüllt...

Nudeln oder Pasta?

Dereinst brachten findige Handelsleute per Schiff die Rezeptur für Nudeln von China nach Italien, auf dass die „Spaghetti-Esser“ endlich ihrem Namen gerecht würden. Die Ironie der Geschichte führte 1000 Jahre später eben diese Pasta zurück in die Volksrepublik – diesmal auf einem Luftschiff.

Dass das Reich der Mitte sich eines der besten Küchen der Welt rühmen darf, mag niemand auf Erden bestreiten – in der Luft schon. Die Cola ist warm, dafür bleibt das Essen kalt.

Doch eine chinesische Airline versucht von diesem lukullischen Labsus abzulenken und fährt die inverse Waschmittel-Strategie „Eins in Zwei“. Und das geht so: Die Stewardess zu mir: „Wat do yuh wannd: Noodles or Pasta?“ Nach meinem dritten „Pardon?“ schwant mir, dass ich tatsächlich zwischen Nudeln und Nudeln wählen darf! Nach reiflicher Überlegung fällt meine Wahl auf - Nudeln, äh, Pasta.

Des Rätsels Lösung ist übrigens, dass sich hinter „Pasta“ Tortellini und hinter „Noodles“ chinesische, lange Nudeln verbergen. Aha! Wieder etwas gelernt ...

Kultureller Austausch

Interkultureller Austausch ist eigentlich eine feine Sache. Er gibt den Gesellschaften die Gelegenheit, sich von ihrer Schokoladenseite zu zeigen und andere Länder mit allerlei Klugem zu bereichern. Manchmal finden aber auch zwie­lichtige Erkenntnisse den Weg in andere Kulturen und treiben dort ihr Unwesen.

So ergab es sich wohl einst, dass die volkstümliche deutsche Weisheit  „Pünktlichkeit ist eine Zier, aber es geht auch ohne ihr“ Eingang in die chinesische Kultur fand und dort nicht als Witz erkannt wurde. Dieser grammatische Tiefflieger scheint sich tief im Bewusstsein eines Fahrers eingegraben zu haben, der – wenn ER möchte – Gäste eines Hotels in Pingyao abholt. Und er ist nicht allein. Zahlreiche Gefährten aus dem noch ungeschriebenen goldenen Buch „Ausreden leicht gemacht für jedermann“ sind seine treuen Begleiter.

Wir krabbelten aus dem Zug und wurden mit der Menge auf den Bahnhofsvorplatz in Taiyuan gespült. Die Sonne lachte uns zur Begrüßung zu. Noch über eine Stunde Autofahrt stand uns bevor, um nach Pingyao zu gelangen, unserem endgültigen Zielort. In der Masse der Chinesen auf dem Platz fielen wir natürlich auf wie Mönche im Strip­tease Club. Sofort kam eine Schar bunter Vögel auf uns zu, um uns hilfsbereit von den schweren Dingen der Reise zu erleichtern: unserem Geld. Im Gegenzug boten sie diverse skurrile Dienstleistungen und Produkte an, aber vor allem eines: Taxi! Pauschalspezialpreis! Kein Taxameter! Nur für Euch! Nur heute! Nur jetzt! You can trust me! Aber wir hatten ja, clever wie wir sind, einen Shuttleservice des Hotels vorgebucht! Ha, ha, ha! Milde lächelnd defilierten wir selbstbewusst an den Vögeln vorbei und hielten Ausschau nach dem Shuttleservice. Ja wo isser denn? Na, ja, bei dem Verkehr hat er sich vielleicht etwas verspätet; wenn was Größeres dazwischen gekommen wäre, hätte uns das Hotel ja bestimmt angerufen.

Nachdem die erste akademische Viertelstunde verstrichen war, beschlich uns ein leichter Zweifel, und so wählen wir flugs die Nummer des Hotels. Mit größtmöglicher Präzision teilte uns der Empfang mit, dass der Fahrer auf dem Weg sei und „bald eintreffen werde“. In den dann folgenden zehn Minuten diskutierten wir die Bedeutungsbandbreite des Wörtchens „bald“ und gelangten zu keiner befriedigenden Lösung.

Mittlerweile keimte das Interesse der Vögel wieder auf, und die ersten vorwitzigen Taxi-Geier wagten einen erneuten Vorstoß. Sie tippten auf die schweren Koffer, zeigten auf den nunmehr dunkel gewordenen Himmel und versprachen uns hoch und heilig, den schnellsten Weg zu kennen. Gerade letzteres Versprechen erschien uns besonders seriös, denn wir hatten unseren Zielort noch gar nicht preisgegeben.

Weitere zehn Minuten später ließen wir es erneut im Hotel klingeln. Am anderen Ende war zunächst nichts zu hören, plötzlich ein leises Blättern und dann schien der Empfang die richtige Seite im goldenen Buch gefunden zu haben: „Der Fahrer ist bereits losgefahren.“ Mittlerweile hatte sich nicht nur der Himmel, sondern auch unsere Laune noch weiter eingetrübt, und unsere genervten Gesichter gaben den Geiern neuen Mut. In der Zwischenzeit kreiste ein ganzes Dutzend Taxi-Vögel um uns herum. „Fragen kostet ja nix“ dachten wir, und erkundigten uns vorsichtig, was denn die voraussichtliche Stunde Taxifahrt zum Hotel kosten würde. Als wir die Höhe des Preises gewahr wurden, dachte ich zuerst an ein Kommunikationsproblem. Hatte ich gesagt, ich wollte das Taxi kaufen, weitere Immobilien erwerben und eine Nacht mit seiner Schwester verbringen? Am Horizont zuckten bereits die ersten Blitze.

Nach insgesamt 40 Minuten ergriffen wir zum weiterholten Mal Initiative und Telefon und landeten wieder bei der Hüterin des goldenen Buchs. Diesmal schlug sie das Kapitel „höhere Gewalt“ auf und ließ uns wissen, dass der Fahrer leider, leider seit Langem in einem Stau steckt, weil sich ein Unfall ereignet hat. Stöhn!!!

Fünf Minuten später wurden wir angerufen! Vom Fahrer! Er könne uns nicht finden, er hätte schon alle Terminals am Flughafen abgesucht… wo wir uns denn verstecken… Ich atmete schwer und erklärte ihm „ruhig“ mit einem winzigen Rest an Selbstbeherrschung, dass dies durchaus richtig sei, denn wir wären ja am Bahnhof, Hauptbahnhof!!! „O.k., ich komme dann.“, sagte er leichthin und legte auf.

Blitz und Donner kamen immer näher, und auch die Brigade der Taxi-Geier schwoll bedrohlich an. „Taxi, Taxi, schnell, schnell, bevor es beginnt zu regnen, mache guten Preis…“ scholl es von allen Seiten, und ich sah schon die Ersten unserer Koffer „probeweise“ im Schlund eines Taxis verschwinden. In meinem Kopf drehte sich alles. Plötzlich öffnete der Himmel seine Schleusen und schickte golfballgroße Regentropfen Richtung Erde. Ich wurde ins Taxi gezerrt und ergab mich willenlos meinem Schicksal. Kurz bevor ich die Besinnung verlor, nahm ich noch schemenhaft war, wie eine große schwarze Limousine auf den Vorplatz preschte, sich seinen Weg durch das Vogelnest freihupte und mit quietschenden Reifen quer vor uns zum Stehen kam.

Nach rund einer Stunde kamen wir wohlbehalten am Hotel an und nutzten sofort die Gelegenheit, um mit dem Fahrer und der Buch-Hüterin einen Abholtermin für die zwei Tage später stattfindende Rückfahrt auszumachen. Zweimal wird das wohl nicht schief gehen und sein schlechtes Gewissen ist unser Verbündeter, orakelten wir, und einigten uns nach langer Diskussion mit ihm und der Hüterin auf 9:00 Uhr, um zuerst zum Bahnhof und dann zum Flughafen zu fahren.

Am Tag der Abreise standen wir präzise wie ein Schweizer Uhrwerk um 9:00 Uhr parat, um loszufahren. Und er kam – nicht. Sicherheitshalber erkundigten wir uns schon nach fünf Minuten an der Rezeption, wo denn die Kutsche bleibe. Unsere verdutzten Ohren vernahmen von der Hüterin die Frage, mit wem wir denn diesen Termin ausgemacht hätten. Offensichtlich hatte sie zu schnell in dem goldenen Buch geblättert und die falsche Antwort rausgesucht, denn mein Puls beschleunigte sich binnen Sekunden für alle sichtbar auf 180, als ich sie unvermittelt anblaffte: „Mit ihnen und dem Fahrer persönlich vor zwei Tagen. … Zeter und Mordio…!“ Daraufhin telefonierte Sie hektisch mit dem Fahrer, um dann beruhigende Wort aus dem Buch zu wählen: „Er ist schon auf dem Weg und kommt gleich.“

Weitere zehn Minuten später war zwar unser Unmut, aber immer noch kein Fahrer zu sehen. Ich erkundigte mich beim Empfang, ob das Hotel oder der Fahrer persönlich die Umbuchungskosten für unsere Zug- und Flugtickets zahlen würde, wenn wir diese nicht rechtzeitig erreichen werden. Ihr Gesicht verzog sich, als sei sie gerade rittlings auf einen Kaktus gefallen. Diesmal holte die Hüterin zu einem Doppelschlag aus dem Kapitel „Zuckerbrot und Peitsche“ aus: Erstens telefoniert sie noch einmal mit dem Fahrer und es klang so, als stünde ihm Kastration und ewige Verdammnis bevor, wenn er nicht innerhalb von 60 Sekunden da wäre. Zweitens schenkte sie jedem vom uns ein Päckchen wertvollen Tee und lies denselben zusätzlich in flüssiger Form servieren.

Kurz darauf erschien ein gehetztes Männlein, das eine gewisse Ähnlichkeit mit unserem Fahrer hatte und eiligst unsere Koffer packte. Da mich die chinesische Art der Kleidung immer wieder in Erstaunen versetzt, flüsterte ich meiner Frau zu: „Also, die Sachen würde ich als Schlafanzug tragen…“ „Das ist sein Schlafanzug“, raunte meine Frau und zog mich ins Auto ohne Nummernschild.

Wir fütterten ihn zum wiederholten Mal mit den zentralen Informationen zu Abfahrtzeiten und Reihenfolge „erst Bahnhof, dann Flughafen“ und setzten ein Stoßgebet drauf. Das Nachtgespenst dachte kurz über die Abfahrt- und Abflugzeiten nach, verglich diese mit der Zeigerstellung auf seiner Uhr und fasste blitzartig den unumstößlichen Entschluss, dass das Einhalten von Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen etwas für Weicheier sei. Mit Warp zehn rasten wir los, und es wurde uns schlagartig klar, dass seine cineastischen Vorbilder eindeutig bei „The Fast and the Furious“ liegen mussten. In neuem interstellarem Rekord von 45 Minuten flogen wir am Bahnhof ein. Wer meint, quietschende Reifen wären in dem Film „Die Straßen von San Francisco“ erfunden worden, der irrt gewaltig. Mit winselnden Pneus schlitterte die Kiste direkt vor dem Bahnhof ins absolute Halteverbot und kam mit einem „Plinck“ beim leichten Blechkontakt zum Vorderauto zum Stehen.

Meine Frau hechtete heraus und ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich meinen Flug ebenfalls noch erreichen würde, wenn wir stante pede in diesem Tempo weiterfahren würden. Just in diesem Moment stieg der Besitzer des Wagens vor uns aus, den wir beim Parken im absoluten Halteverbot leicht touschiert hatten, und kam auf den Schlafanzug zu. Schlagartig wich das Blut aus dem Gesicht unseres Höllenkutschers, als er die Uniform mit der großen Aufschrift „Polizei“ auf der Warnweste erkannte. Der Gesetzeshüter kassierte erst mal all seine Papiere, warf einen abfälligen Blick auf die Stelle mit dem fehlenden Nummernschild und ging dann unverrichteter Dinge weg, um sich einen weiteren Vorrat an Autos aus dem fließenden Verkehr ranzuwinken.

Vor meinem geistigen Auge lief ein mieser Film ab: Während der Polizist dem Fahrer Handschellen anlegt und abführt, werde ich von den Bahnhofs-Taxifahrern wiedererkannt und für drei meiner Monatsgehälter in 15 Minuten zum Flughafen gefahren. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam die Staatsmacht gnädigerweise wieder und bedachte das Nachgespenst mit einer astronomisch hohen Geldbuße, lies uns jedoch weiterfahren.Meinen Flug habe ich dann schlussendlich noch bekommen. Und die Moral von der Geschicht? Traue deutschen Sprichwörtern nicht! 

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Rezension von Carolin Sprick zu

Ein Hase als Taxifahrer in Hongkong“ von Dr. Michael Kerper

 

Wussten Sie, dass in China der Piep-Ton Diktator ist? Und was die oberste Regel chinesischer Taxifahrer ist? Wurden sie jemals mit dem Service chinesischer Restaurants konfrontiert oder haben sie die Erfahrung gemacht, chinesische DVD-Player kennen zu lernen? Nein? Dann sollten sie unbedingt ein Buch lesen. „Ein Hase als Taxifahrer in Peking“ ist die fesselnd komische Geschichte eines Paares in Fernost, geschrieben von Dr. Michael Kerper.

Ein Deutscher und seine Frau unterwegs in Asien – das Chaos ist vorprogrammiert. Kerper erzählt mit viel Witz und Humor über die Reise nach Bali und einen längeren Aufenthalt in China, bei der Land und Leute feinsäuberlich unter die Lupe und auf die Schippe genommen werden. Essen gehen, Taxifahren, wohnen, einkaufen gehen, in den Park gehen… in China läuft alles ein bisschen anders, manches geht einfacher und anderes… nicht.

Wenn Sie eine ausführlichen Reisebericht mit allerhand Zahlen und Fakten erwarten, sparen Sie sich das Lesen. Denn der genaue Reiseverlauf ist in dieser Geschichte in den Hintergrund gerückt; tatsächlich wird nicht ersichtlich, wie lange und aus welchem Grund die Hauptpersonen sich überhaupt in China aufhalten. Das ist ein Kritikpunkt an dem Buch: Es gibt keinen Aufschluss über irgendeine Form von Rahmenhandlung – scheinbar zusammenhangslos reihen sich zahllose Anekdoten. Trotzdem ist diese Geschichte nicht verwirrend oder chaotisch, weil gerade auf diesen der Schwerpunkt liegt. Die Rahmenhandlung spielt keine Rolle, denn es geht um das Land und die Kultur Chinas, die ordentlich aufs Korn genommen werden.

Ohne jede Beschönigung und mit urkomischem Witz erzählt Kerper von China und den kleinen, aber feinen Unterschieden zu unserer Art. Kerper gelingt es, mit einer herrlichen Selbstironie von einer Reise zu erzählen, voller liebevoller Details und einem etwas anderen Blick auf dieses Land. Durch seine Geschichte erfährt man gerade das über China, worüber niemand spricht, weil es belanglos und uninteressant erscheint. Kerper beweist in seinem Buch das Gegenteil: Gerade diese kleinen Belanglosigkeiten des Alltags sind fesselnd und aufschlussreich, geben uns einen Einblick in etwas, wofür wir sonst wohl selbst nach China fahren müssten.

In seiner Geschichte zeigt Kerper außerdem einen ausgeprägten Sinn für Humor, der es einem unmöglich macht, beim Lesen nicht an der einen oder anderen Stelle laut loszulachen. Das Packende an seiner Art zu erzählen ist die Art, alles mit den Augen der Selbstironie zu sehen. Er schreibt aus der Sicht eines Mannes, der sich für nichts zu schade ist, der nachts den Mücken den Krieg erklärt, der sich im Busch vor verkaufenden Enten versteckt und im Parklautsprecher seinen Erzfeind entdeckt – und das alles so authentisch, das man das Gefühl hat, live mit ihm in Peking, Bali oder wo auch immer zu sein. Dort, wo der Begriff „amüsant“ nicht mehr angemessen ist und der Bezeichnung „urkomisch“ weichen muss, ist „Ein Hase als Taxifahrer in Peking“ einzuordnen.

Es ist ein Buch, dass genau so interessant wie unterhaltsam ist und auf jeden Fall jedem zu empfehlen ist, der sich für die bunten Schattenseiten einer Chinareise interessiert – oder der einfach nur lachen will.

EIN HASE ALS TAXIFAHRER IN HONG KONG 

Tb / Pb / S.134 / Preis: 12,90 EUR  

ISBN 978-3-942199-54-4

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